Ablauf und Inhalte

Aufbau eines #s3dojo


Jeder Tag des Dojos beginnt mit der Gestaltung des gemeinsamen Rahmens und der Agenda, unter tags gibt es immer wieder Standortbestimmung und Gelegenheiten, Erlebnisse zu teilen und Antworten zu finden, und am Ende des Tages findet eine Reflektion des Erlebten und der eigenen Erwartungen, sowie eine Evaluation des Gesamtbildes statt.

Für die meisten #s3dojos wird die Agenda für den Vormittag des ersten Tages in einer Vorbesprechung vereinbart, um für alle Teilnehmer die Unsicherheit zu reduzieren und so einen produktiven Beginn zu gewährleisten. Aus den am Vormittag gewonnenen Erkenntnissen wird dann gemeinsam der weitere Ablauf des Dojos angepasst.

Um das zu ermöglichen, gibt es momentan ca. 35 interaktive Module und Praxisübungen, die flexibel kombinierbar und auch ad hoc an den Bedarf der Gruppe angepasst werden können. Aus diesen Modulen gestaltet die Gruppe selbst während des Dojos ihren eingenen Weg zu S3.

Die meisten der folgenden Module umfassen ca. 40-60 Minuten, einzelne Praxisübungen können auch mehr Zeit in Anspruch nehmen, besonders solche, die mit konkreten Situationen aus der Organisation der Teilnehmer beschäftigen.

Module


Grundlagen

Für Gruppen, die nur geringe Vorkenntnisse haben, eignen sich diese Module als Einstieg, und werden meist kompakt in der ersten Hälfte des ersten Tages in folgender Reihenfolge absolviert:

 

Komplexität und Agilität
Begriffsbestimmung, Cynefin Framework, Überblick agile Frameworks, Komplexität in Organisationen, Soziokratie im agilen Kontext

 

Die 7 Prinzipien agiler Zusammenarbeit (Praxisübung):
Agile und soziokratische Geisteshaltung, Einführung der 7 Prinzipien, Beziehung der Prinzipien zueinander, Ausprägung in unseren Organisationen

 

S3 - Geschichte und Grundbegriffe
Geschichte, Motivation und Philosophie von S3, Klärung der Grundbegriffe (Treiber, Domäne, Governance etc.)

 

Landkarte der Muster
knapper Überblick über alle Muster und Kategorien, während wir gemeinsam ein Landkarte aus Post-Its erstellen, auf der wir im Verlauf des Workshops behandelte, interessante und unklare Patterns markieren können.

Entscheiden und Steuern

Evolutionäre und partizipative Entscheidungen:
Treiber, Strategie, hypothesengetriebenen Methoden, weitere Muster aus “Mitgestaltung und Evolution” und “Klare Vereinbarungen

 

Vorschlagsgestaltung (Praxisübung)
Übung des Musters Vorschlagsgestaltung an einem konkreten Beispiel, zuerst als Demonstration, dann in kleinen Gruppen, um auch selbst Moderationserfahrung sammeln zu können.

 

Konsententscheidung (Praxisübung)
Übung des Musters Konsententscheidung in kleinen Gruppen and konkreten Beispielen.

 

Vereinbarungen entwickeln (Praxisübung)
Die Gruppe entwickelt die Rahmenvereinbarung des Dojos, oder eine andere relevante Vereinbarung.

 

Steuerungsbacklog und Steuerungsmeeting
Wie füllt, priorisiert und pflegt man ein Steuerungsbacklog? Was ist ein Steuerungsmeeting und wie bereitet man es vor? Welche Muster unterstützen uns für ein produktives Steuerungsmeeting?

 

Steuerungsbacklog füllen (Praxisübung)
Treiber für das eigene Steuerungsbacklog identifizieren und beschreiben, und dann gemeinsam das Steuerungsbacklog priorisieren.

 

Steuerungsmeeting (Praxisübung)
Das erste eigene Steuerungsmeeting vorbereiten, durchführen und nachbereiten.

Mitarbeiter und Selbstorganisation

Selbstorganisation
Wie funktioniert effektive Selbstorganisation? Muster aus “Effektive Meetings”, “Fokussierte Interaktionen” und “Arbeitsorganisation”.

 

Kanban als Change-Management-Methode
Was kann Kanban, was bringt mir das, wo und wie fange ich an, und was kommt dann? Puffer, Blockaden, WiP-Limits, Kanban in Führungsteams, Support, Produktteams, Enterprise-Kanban.

 

Kanban-Board erarbeiten (Praxisübung)
Teilnehmer erarbeiten einzeln oder in kleinen Gruppen Kanban-Boards für ihre eigenen Projekte oder Teams.

 

Wahl (Praxisübung)
Übung des Musters Wahl in eine Rolle, anschließend Strategie definieren und dazu Konsent in der Gruppe einholen.

 

Mitarbeiter
Neue Wege zum Umgang mit Mitarbeitern jenseits von HR: Wie können agile und soziokratische Organisationen Rollen definieren, neue Mitarbeiter auswählen, Verträge und Gehalt gestalten, Mitarbeiter entwickeln etc.?

 

Mitarbeiterentwicklung (Praxisübung)
Anwendung der Muster, Peer-Feedback, Entwicklungsgespräch und Entwicklungsplan auf die im Dojo vergebenen Rollen.

 

Operatives Backlog / Produktbackog (Praxisübung)
gemeinsam ein operatives Backlog und/oder ein Produkt erstellen und priorisieren.

Organisationsentwicklung und -struktur

Organisationsstruktur entwickeln
Domänen, Delegation, Kreise, Rollen, S3-Canvases, Organisationsentwicklung, neue Muster für Organisationsstruktur

 

Driver Mapping (Praxisübung)
Driver Mapping anhand einer Situation aus der Organisation der Teilnehmer, oder bei offenen Dojos anhand eines Beispiels.

 

S3 Delegation Canvas (Praxisübung)
Die Teilnehmer üben in kleinen Domänen beschreiben mit der S3 Delegation Canvas anhand eigener Beispiele, zusätzlich lernen sie das Delegationsspiel kennen.

 

S3 Organization Canvas (Praxisübung)
Mit der S3 Organization Canvas neue Business-Modelle erarbeiten oder die eigene Organisation besser verstehen.

 

S3 Team Canvas (Praxisübung)
Mit der S3 Team Canvas für ein bestehendes (oder fiktives) Team Rahmenbedingungen abstecken und Entwicklungspotenziale erkennen.

 

Dependency Mapping (Praxisübung)
Abhängigkeiten zwischen Teams, Projekten etc. Erkennen, visualisieren und auflösen.

Zusammenarbeit und Kultur

Bewusste Zusammenarbeit und Kunstvolle Teilnahme (Praxisübung)
Self-Assessment: Kunstvolle Teilnahme, konkrete Strategien zur bewussten Zusammenarbeit identifizieren und ihre Umsetzung vorbereiten.

 

Gemeinsame Werte (Praxisübung)
Wie findet man Gemeinsame Werte in einer Gruppe, und wie kann man das Vorgehen auf eine gesamte Abteilung oder Organisation skalieren?

 

Kulturwandel und Transitionsstrategien
Kultur, agile Geisteshaltung Umgang mit Hierarchien, Produktarchitektur (Muster aus den Kategorien “Mitgestaltung ermöglichen” und “S3 einführen”)

Sonstiges

Digitalisierung und Agilität
Wie beeinflusst Unternehmenssoftware die Agilität, was muss man beachten bei Logbüchern, Aufgabenplanung, Kommunikation, Orchestrierung und Anforderungsmanagement? Was muss man wissen, was sollte man können, was kann man outsourcen?

 

Agile Software-Entwicklung
Scrum und Kanban, Extreme Programming, emergente Architekturen, Testautomatisierung, Continuous Delivery, Zusammenarbeit mit (noch) nicht agilen Bereichen der Organisation

 

Modul: Vergleich S3 / Holakratie / Scrum / SASS / …
Wir erarbeiten gemeinsam einen Vergleich von S3 zu anderen Konzepten, Ideen oder Methoden, die für die Teilnehmer relevant sind. Teilnehmer bringen ihr vorhandenes Wissen sowie das bereits zu S3 Gelernte ein.

Meta-Module

Open Space
Ein festgelegter Zeitrahmen (typischerweise 2h) wird in mehrere Zeitslots aufgeteilt, in denen sich Teilnehmer in kleinen Gruppen zusammenfinden und sich mit selbst eingebrachten Themen beschäftigen. Hier können Muster vertieft, Moderationsformate geübt, Strategien zur Lösung spezifischer Herausforderungen in der eigenen Organisation gefunden oder Aspekte des erlebten und gelernten reflektiert werden. Die Ergebnisse aus den Gruppen werden – soweit passend und gewünscht – am Ende kurz im Plenum vorgestellt.

 

Neues Modul gestalten und umsetzen (Praxisübung)
Gemeinsam ein neues Modul für das Dojo gestalten, ausprobieren und evaluieren. Mit dem Muster Organisationstreiber beschreiben den Bedarf klären, per Proposal Forming das Muster gestalten und mit Konsententscheidung in der Gruppe abstimmen. Nach Durchführung des neuen Moduls dieses evaluieren, um festzustellen, wie gut es funktioniert hat

 

Themen und Muster vertiefen
Was genau passiert, wird gemeinsam entschieden, Treiber ist der konkrete Bedarf, der sich über den Workshop entwickelt hat.

Reflektion

Zusätzlich zu den zu Beginn und Ende der jedes Tages stattfindenden Reflexionen, und Aktivitäten zur Reflexion, die in den einzelnen Modulen integriert sind, können nach Bedarf noch folgende Module eigebaut werden:

 

Triaden
Teilnehmer schließen sich in Dreiergruppen zusammen, die sich in den Pausen und am Ende jedes Tages abstimmen und sich auch während des Dojos gegenseitig beim Lernen und Verarbeiten unterstützen.

 

Murmelgruppen
Im Ablauf eines Dojos treten viele Fragen auf. Oft werden durch Fragen eigene Statements und Blickwinkel formuliert, was in großen Gruppen viel Zeit beanspruchen. Verständnisfragen sollen ad hoc ermöglicht werden, tiefere Fragen und Statements können aber auch in Form von "Murmelgruppen" in Kleingruppen kanalisiert werden, Ergebnisse daraus werden kurz im Plenum sichtbar gemacht.

 

Praxisübung Retrospektive (Praxisübung)
Ideal am Ende des zweiten Workshoptages — anhand einer Retrospektive zum bisherigen Workshop können die fünf Phasen einer Retrospektive erlebt werden. Die aus der Retrospektive gewonnenen Ergebnisse und Maßnahmen werden anschließend direkt im Dojo umgesetzt.

 

Q & A - Session
Raum für alle Fragen, die sich während des Dojos angesammelt haben.

Kontakt


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